Die Computerwissen Highlights KW 46
Angefangen hat sie ja nett, diese 46. Woche. Da gab es zunächst eine recht interessante Untersuchung des Arbeitskreises Suchmaschinen-Marketing im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. zum Nutzerverhalten auf Google-Suchergebnisseiten, die in ihrem Kern zu dem Ergebnis kam, dass sich die Aufmerksamkeit nach wie vor auf den oberen Bereich der Seite konzentriert und Anzeigen eine hohe Relevanz für die Kaufentscheidung haben.
Dazu wurde das Blickverhalten von Googlenutzern mittels eines kontaktlosen Eyetrackers analysiert. Mit ihm konnte verfolgt werden, wohin sich die Augen der Nutzer auf den Ergebnisseiten von Suchmaschinen wenden. Es wurde festgestellt, dass sich die Aufmerksamkeit auf die obere, linke Ecke der Suchergebnisseite konzentriert und dabei eine F-förmige Verteilung aufweist. Die Betrachtungsdauer der Seite und auch die Bereitschaft zum Klick nehmen von oben nach unten ab. Nutzer orientieren sich zunächst durchgehend an den ersten drei Ergebnissen, alle anderen Elemente werden erst später betrachtet.
Ebenfalls in dieser Woche suchte unser Leser Rainer M. Hilfe beim Versand von E-Mails mit kyrillischen Buchstaben, die er zwar schreiben, sein Gegenüber aber nicht lesen kann. Das liegt nun nicht in einem mangelnden Sprachverständnis begründet, sondern in der Art und Weise, wie unser PC bzw. der Mailserver mit der verschickten E-Mail umgeht. Der Trick zur lesbaren E-Mail mit fremdem Zeichensatz liegt darin, sowohl dem Mail-Programm als auch dem Webbrowser die neue Sprache „schmackhaft“ zu machen, indem der passende Zeichensatz eingestellt wird – im Falle von Kyrillisch beispielsweise Windows-1251. Im Idealfall, wenn man es denn weiß, nutzt man hier die Kodierung, die auch der Empfänger verwendet.
Danach wurde diese Woche immer merkwürdiger. Erst gab es eine seltsame Falschmeldung über den 25. Geburtstag des Computervirus, die gezeigt hat, wie viele Kollegen eine schlecht recherchierte dpa-Meldung übernommen haben – denn der erste Computervirus mit dem sinnigen Namen „Elk Cloner“ stammt bereits aus dem Jahr 1982 und auch die in den Berichten so gern mit dem ersten Virus verwechselte Erfindung der Bezeichnung „Computervirus“ in Fred Cohens Doktorarbeit stammt bereits aus dem Jahr 1984.
Danach bestätigten uns die Verbraucherzentralen, dass sich beim Frustrationsgrad der DSL-Anschlussbenutzer nicht viel geändert hat. Noch immer lassen bei DSL-Anschlüssen Service und Qualität der Telekommunikationsanbieter zu wünschen übrig – so das Fazit einer aktuellen Online-Umfrage der Verbraucherzentralen, an der sich fast 15.000 Verbraucher beteiligt haben.
48 Prozent der Umfrage-Teilnehmer gaben an, dass ihnen eine höhere Übertragungsgeschwindigkeit in Aussicht gestellt wurde, als tatsächlich am Ende realisiert wurde.
Als große Ärgernisse bezeichneten die Kunden auch die langen Wartezeiten, die Wechselwillige hinnehmen müssen und den Kundendienst der Anbieter. Bemängelt wurden vor allem die schlechte telefonische Erreichbarkeit des Kundendienstes und die oft fehlende Kompetenz der Servicemitarbeiter.
Angesichts dieser fĂĽr die Kunden und die Branche unbefriedigenden Ergebnisse fordern der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und die Verbraucherzentralen die Anbieter von Breitband-InternetanschlĂĽssen auf, Werbung wahrhaftig zu gestalten und den Kundenservice zu professionalisieren.
Den Negativrekord in dieser Woche erzielten dann jene 375 Abgeordneten des Deutschen Bundestages, die dem BKA-Gesetz, einer Art Freifahrtschein in Richtung eines elektronischen Guantanamo, zugestimmt haben. 375 Menschen, offenbar gern ein „deutsches FBI“ – oder wie immer man eine solche Polizeiinstitution nennen möchte – haben möchten, die dann gleich auch noch die Befugnis hat, Computer online zu durchsuchen und Wohnungen heimlich per Kamera auszuspionieren.
Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble bezeichnete das Gesetz, so Spiegel Online, als notwendig zur Verteidigung der Freiheitsrechte in Deutschland und mahnte Kritiker, ihre “Diffamierungskampagne” einzustellen.
Spiegel Online berichtete, Schleswig-Holsteins Datenschutzbeauftragter Thilo Weichert habe erklärt, das Gesetz belebe alte Ängste vor der Gestapo. Nun ermögliche der Bundestag, dass eine zentrale Polizeibehörde umfassende geheimdienstliche Befugnisse bekomme. Diese Befugnisse seien ein Selbstbedienungskatalog für das BKA. Außerdem werde das Berufsgeheimnis von Ärzten, Journalisten und Rechtsanwälten ausgehöhlt.




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