Die Computerwissen Highlights KW 42
In diesen Tagen zeichnet sich etwas ab, an das man vor ein paar Jahren kaum zu denken wagte: Die freien IP-Adressen, die auf dem aktuellen Standard IPv4 basieren, gehen langsam zu Ende. Experten gehen derzeit davon aus, dass in spätestens fünf Jahren keine der weltweit 4,3 Billionen Adressen mehr verfügbar sein wird.
Betreiber und Anbieter von Telekommunikationsdiensten sind daher gezwungen, mittelfristig auf den neuen IP-Standard IPv6 umzusatteln, scheinen aber im Moment noch recht geruhsam auf den Tag X hinzuwarten. Dabei wäre es für diese Unternehmen angeraten, so bald wie möglich mit dem Migrationsprozess zu beginnen.
Der Wechsel ist durchaus kein leichtes Unterfangen: Jede Hardware und jede Software im Unternehmen muss IPv6 unterstĂĽtzen. Das Gleiche gilt fĂĽr die Netze, mit denen IPv6-basierte Betreiber und Anbieter untereinander verbunden sind.
Richtig gerappelt hat es auch in der Medienlandschaft. Hier hat der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki die mediale Verdummung im TV öffentlich gemacht, indem er den Deutschen Fernsehpreis bei der Verleihung ablehnte (zu sehen beispielsweise hier).
Der 88jährige Literaturpapst sollte eigentlich mit dem Ehrenpreis fĂĽr sein Lebenswerk und die Literatursendung “Das literarische Quartett” ausgezeichnet werden. Offenbar hat ihn aber die mehrstĂĽndige Preisverleihung, in der auch fernsehgewordene Diarrhoe wie „Deutschland sucht den Superstar“ ausgezeichnet wurde, so schockiert, dass er stattdessen den Preis ablehnte und sagte, er gehöre nicht in die Reihe dieser Preisträger und habe es schlimm gefunden, was er vier Stunden in Köln erleben musste.
In der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ sagte er, dass es ihn wütend gemacht habe, dass fast alle preisgekrönten Darbietungen auf einem erbärmlichen Niveau gewesen seien. Aber auch die guten Produktionen, die einen Preis erhalten hätten, seien auf eine Art und Weise präsentiert worden, die ihre Qualität nicht habe erkennen lassen. „Und zwischendurch immer wieder Köche, nichts als Köche. Es war schrecklich“, sagte er.
Mit Massenware ganz anderer Art ging es in dieser Woche weiter: Das Möbelhaus Ikea glänzte durch die Nutzung moderner Tablett-Technologie. DIe Einrichtungshaus-Kette führt in ihren 43 deutschen Filialen zur elektronischen Abwicklung von Bezahlvorgängen die Stifttechnologie von Wacom ein, dem bekannten Hersteller von Stifttabletts und interaktiven Stift-Displays.
Das LCD-Signaturtablett von Wacom lässt sich angeblich intuitiv nutzen und soll aufgrund seiner hohen Auflösung in der Lage sein, Unterschriften präzise aufzuzeichnen. So können Kunden beim Bezahlen per Karte statt auf einem Papierbeleg auf dem von Wacom entwickelten elektronischen Feld unterzeichnen.
Sobald der Kunde auf dem Tablett unterschreibt, wird der Kaufbeleg elektronisch archiviert und kann dann bequem ĂĽber das Internet aufgerufen werden. Die TeleCash GmbH & Co. KG, einer der fĂĽhrenden Anbieter von Netzwerk-Diensten fĂĽr die Abwicklung von Kartenzahlungen in Deutschland, erfasst und archiviert die elektronischen Belege zentral. Die Kunden erhalten weiterhin eine Papierversion des Belegs.
Diese Vorgehensweise kann, so Ikea, die Prozesskosten deutlich senken: Da nur ein Exemplar des Belegs ausgedruckt werden muss, verringert sich der Verbrauch von Materialien wie Kassenbon-Papierrollen enorm. Der Prozess geht zudem schneller vonstatten, so dass die Kundenströme an den Kassen effizienter abgewickelt werden können.
Ebenfalls mit Masse, wenn auch in ganz anderer Art, beschäftigt sich Apple. Bei der Vorstellung der neuen MacBook-Notebooks zeigte das Unternehmen erstmals Rechner, deren Gehäuse aus einem massiven Stück Aluminium gearbeitet werden. Sowohl das neue MacBook als auch das 15-Zoll MacBook Pro erscheinen jetzt in diesem neuen Unibody-Aluminiumgehäuse.
Die Geräte sollen deshalb noch dünner und langlebiger sein – in jedem Fall sind sie sehr schön. Auf der technischen Seite verfügen die neuen MacBooks über Nvidia-Grafikprozessoren, brillante Displays mit LED-Hintergrundbeleuchtung und ein völlig neues Multi-Touch-Trackpad aus Glas. Das Touchpad verfügt über 40 Prozent mehr Arbeitsfläche und unterstützt die Bedienung über verschiedene Multi-Touch-Fingerbewegungen.
Auch in Sachen Umwelt hat sich etwas getan: Die Notebooks erfĂĽllen die Energy Star 4.0-, EPEAT Gold- und RoHS-Umweltauflagen und sind, so Apple, fĂĽhrend im Ausschluss von giftigen Chemikalien unter Verwendung von bromfreien Flammschutzmitteln, PVC-freien Kabeln und Komponenten, sowie energieeffizienten und quecksilberlosen Displays mit LED-Hintergrundbeleuchtung und arsenfreiem Glas.
Jedes Mitglied der neuen MacBook-Familie ist mit einem Display mit LED-Hintergrundbeleuchtung ausgestattet, welches 30 Prozent weniger Energie als seine Vorgänger verbrauchen soll und gänzlich ohne den im Bereich Hintergrundbeleuchtung üblichen Quecksilberanteil auskommt.
Ob das Produkt, das Sony in dieser Woche vorgestellt hat, ebenfalls zum Massenartikel werden wird, weiß bisher noch niemand so recht. Sony möchte ein neues Lese-Erlebnis bieten und stellte auf der Frankfurter Buchmesse 2008 die Content- und Vertriebs-Strategie für das elektronische Lesegerät „Reader“ vor. Das Gerät will Sony gemeinsam mit Partnern aus dem Buchhandel auf den deutschen Markt bringen.
In Kooperation mit der Buchhandelsgruppe Thalia und dem Buchgroßhändler Libri führt Sony Deutschland den „Reader“ (PRS-505) im Frühjahr 2009 ein. Thalia wird den „Reader“ bundesweit in seinen Buchhandlungen anbieten, während Libri den Vertrieb der Lesegeräte und der elektronischen Bücher (E-Books) an den Buchhandel übernimmt. Thalia wird den Reader bundesweit in seinen Buchhandlungen anbieten. In mindestens 170 der 240 Filialen wird der Reader in einem speziell entwickelten Verkaufsdisplay präsentiert.
Sonys „Reader“ verwendet ein elektronisches Display, dessen Technologie selbst bei starkem Sonnenlicht ein kontrastreiches Bild erzeugen soll und dem Effekt eines bedruckten Papiers sehr nahe kommen soll.
Das 260 Gramm schwere Gerät soll sehr flach sein und mit einem Schutzumschlag ausgeliefert werden. Das Display selbst soll sechs Zoll groß sein. Neben gängigen E-Book-Formaten soll der „Reader“ auch die Dateiformate PDF, Word, TXT und RTF unterstützen, Musikdateien (MP3- und DRM-freie AAC-Dateien) abspielen können und die Bildformate JPG, GIF, PNG und BMP anzeigen können.
In dem internen, 192 Megabyte fassenden Speicher sollen sich rund 160 Bücher unterbringen lassen. Die Kapazität lässt sich zudem über MemorySticks und SD-Karten erweitern. Eine Akku-Ladung soll für fast 6.800 Umblättervorgänge, das sind im Sony-Deutsch etwa 12 Romane, ausreichen. Preis und Verfügbarkeit des Reader will Sony zum Marktstart in Deutschland Anfang 2009 bekanntgeben – gerüchteweise ist ein Preis um die 300 US-Dollar im Gespräch.




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