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Die Computerwissen Highlights KW 38

Was fĂŒr eine Woche. Da hat sich unsere Bundesregierung dazu hinreißen lassen, technische und rechtliche Rahmenbedingungen fĂŒr eine “sichere und verbindliche elektronische Kommunikation” schaffen zu wollen und das bereits bis Mitte 2009. Zum Einsatz kommen sollen hier De-Mail-Dienste, die auf normalen E-Mail-Diensten aufsetzen. Spezielle Erweiterungen der Standardprotokolle sollen fĂŒr die notwendige Sicherheit und Vertraulichkeit sorgen.

Mit der De-Mail-Infrastruktur sollen, nicht zuletzt vor dem Hintergrund des geplanten digitalen Personalausweises, E-Mails rechtssicher werden und die dazu notwendige Vertraulichkeit, IntegritÀt und vor allem auch die Beweisbarkeit von Sende- und EmpfangsvorgÀngen erlangen.

Dazu sollen sich privatwirtschaftliche Dienstleister zu einem Verbund zertifizierter BĂŒrgerportale zusammenschließen. Finanziert werden soll diese Idee durch Einsparungen in Wirtschaft und Verwaltung, etwa durch Wegfall des Rechnungsversandes, oder durch ein “E-Porto”. Die BĂŒrgerportale sollen dabei nach Möglichkeit ohne spezielle Client-Software und zusĂ€tzliche Hardware benutzbar sein. Wie das funktionieren soll und wie es bezahlt werden soll, hat die Bundesregierung noch nicht mitgeteilt.

Dazu passt irgendwie die Nachricht, dass der gefÀhrlichste Mann im Internet in dieser Woche bekanntgegeben wurde. Es handelt sich dabei jedoch nicht um unseren Innenminister, sondern um den Schauspieler Brad Pitt.

Was den Schauspieler zum Risiko macht, ist weniger seine Person, als das Suchwort „Brad Pitt“. Wer mit diesem Suchbegriff googelt, begibt sich unweigerlich in Gefahr, nutzt er doch, so der Sicherheitsspezialist McAfee, das gefĂ€hrlichste Suchwort des Jahres.

Anstelle von Informationsseiten ĂŒber den Star findet man sich weitaus hĂ€ufiger auf verseuchten Seiten wieder als dies bei irgendeiner anderen HollywoodgrĂ¶ĂŸe der Fall ist. Satte 18 Prozent der Seiten, auf denen Hintergrundbilder, Bildschirmschoner oder Fotos angeboten wurden, trugen auch irgendeine Art von Verseuchung weiter. Die Suche nach „Brad Pitt screensavers“ erhöht das Infektionsrisiko gar auf unglaubliche 50 Prozent.

Auch die verwirrten Menschen, die gern in KĂŒche oder Keller Bomben basteln, werden im Internet fĂŒndig. Eine Langzeitstudie zum Internet-Bombenbau hat neben dem Hinweis, dass etliche dieser wahnsinnigen Anleitungen gefĂ€hrliche MĂ€ngel enthalten, einige erstaunliche Fakten zutage gefördert: Der steile Anstieg auf 509.421 detektierte Sprengstoff- und Bombenbauanleitungen in Deutschland fĂŒhrte bereits zu zahlreichen Verletzungen der meist jugendlichen Nachbauer, auch TodesfĂ€lle konnten dem Nachbau gefĂ€hrlichster Internet-Anleitungen zugeordnet werden.

Besonderen Wert legten die Experten auf die Frage, auf welchem Niveau sich die Sprengstoff- und Bombenbau-Szene in Deutschland bewegt. Antwort: Auf MilitĂ€rischem Niveau, insbesondere bei den Anleitungen zur Herstellung von Rohrbomben mit Funk-, Mobiltelefon- und GPS-ZĂŒndung.

Die EinzelprĂŒfung der analysierten Sprengstoff- und Bombenbauanleitungen ergab, dass zu 86,4 % der Anleitungen die notwendigen Ausgangsstoffe fĂŒr die Herstellung des Sprengstoffes, sehr einfache Grundstoffe sind, die auflagenfrei in Deutschland kĂ€uflich zu erwerben sind. Insbesondere in Drogerien, Apotheken, dem Landhandel und dem Industriehandel.

Selbst Videoportale wie YouTube werden mit Gewalt in den eingestellten Inhalten konfrontiert, was ihnen wiederum erhebliche Kritik eintrĂ€gt, da der Google-Ableger in diesen FĂ€llen meist durch vornehme ZurĂŒckhaltung und den gelegentlichen Verweis auf die freie MeinungsĂ€ußerung aufgefallen ist.

Nun aber hat das Unternehmen angekĂŒndigt, auf seinen Seiten in den USA und Großbritannien zukĂŒnftig strenger gegen Gewaltvideos vorgehen zu wollen – eine Reaktion auf verschĂ€rfte Gesetze in beiden LĂ€ndern. Wörtlich vermeldet Youtube dezent schwammig, dass “direkt zur Gewalt anstiftende BeitrĂ€ge zukĂŒnftig verboten sind”.

Youtube will seine Richtlinien kĂŒnftig um den Passus “Gewalt veranschaulichende oder gewaltfördernde BeitrĂ€ge sind nicht erlaut. Falls dein Video jemanden zeigt, der verletzt, attackiert oder erniedrigt wird, dann lade es nicht hoch.” ergĂ€nzt werden.

Nun mag ein solcher Satz in den Benutzerrichtlinien in den entsprechenden Kreisen wohl eher fĂŒr Heiterkeit sorgen. Wichtiger wĂ€re es, dass das Unternehmen einmal den Blick etwas von den Nutzer- und Verlaufszahlen hin zur eigenen Verantwortung richtet und handelt.

Auch das Internet selbst ist in BedrÀngnis, wenn man dem eco Verband der deutschen Internetwirtschaft folen darf. Er warnt vor EngpÀssen in der Infrastruktur.

Die Hauptursachen fĂŒr die Knappheit sind, entgegen einer weit verbreiteten Meinung, weder auf die steigende Breitbandexpansion in Deutschland und Europa, noch auf das damit im Zusammenhang stehende explosionsartige Wachstum des Internetverkehrs zurĂŒckzufĂŒhren, sondern haben eher etwas mit Energieeffizienz und einem lange nicht mehr diskutierten Thema zu tun, das jetzt eine unerwartete Renaissance erlebt. Kopfschmerzen bereitet nĂ€mlich die Tatsache, dass der aktuell genutzte IPv4-Adressraum zur Neige geht.

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2 Kommentare zu “Die Computerwissen Highlights KW 38”

  1. Martina GĂŒhrer

    Dieser Bericht fand ich sehr interessant.
    Ich möchte gerne in zukunft weitere solcher Berichte per e-mail zugesendet bekommen.
    Vielen Dank

  2. Dr. G. Steinkrauss

    Wenn die Bundesregierung den Terroroismus wirksam bekĂ€mpfen will, dann sollte Innenminister SchĂ€uble die IT-Kenntnisse der poteniellen Terroristen nicht unterschĂ€tzen und anstelle des leicht zu umgehenden und daher kaum wirksamen “Bundes-Trojaners” lieber fĂŒr gesetzliche Maßnahmen und europĂ€ische Richtlinien sorgen, welche deutsche und europĂ€ische Provider - unter Androhung drastischer Strafen - dazu verpflichten, solche Bombenbau-Seiten. den Djihad und die Scharia predigende Seiten und alle sonstigen von BKA und BND als gefĂ€hlich eingestuften Seiten - sowohl deutsch-, englisch-, arabisch-, oder anders-sprachgige - auf ihren Servern auszufiltern !
    Die dĂŒrfen einfach in Europa nicht mehr angezeit werden !!

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