Wie man geklaute Software wieder finden kann
Die Entwicklung von Software ist teuer. Dies verfĂŒhrt manche Programmierer dazu, fremde Software illegal in die eigenen Programme einzubauen. Der Lehrstuhl fĂŒr Softwaretechnik der UniversitĂ€t des Saarlandes hat eine Methode entwickelt, diese Art von Softwarediebstahl nachzuweisen. Sie erfasst in einem Testlauf das charakteristische Verhalten einer Software und kann dieses dann in anderen Computerprogrammen erkennen.
Die Informatiker werden ihre Forschungsergebnisse auf der CeBIT 2008 in Hannover vom 4. bis 9. MĂ€rz am saarlĂ€ndischen Forschungsstand (Halle 9, Stand B 35) vorstellen. Dort werden sie auch ihre Methoden fĂŒr die automatische Fehlersuche in groĂen Computerprogrammen prĂ€sentieren.
Moderne Software setzt sich aus vielen Bausteinen zusammen, was sie anfĂ€llig fĂŒr Diebstahl durch Softwareentwickler macht. Die an Anwender ausgelieferten Programme, oder nur Teile davon, können leicht von einem Programmierer in die eigene Software eingefĂŒgt werden. Trotzdem ist eine solche Urheberrechtsverletzung vor Gericht Ă€uĂerst schwierig nachzuweisen.
Die neue Methode, die das Softwaretechnik-Team um Prof. Andreas Zeller entwickelt hat, rĂ€umt Herstellern von Software bessere Chancen vor Gericht ein. Vermutet ein Hersteller einen Diebstahl, lĂ€sst er seine und die fremde Software mit dem Werkzeug Api Birthmark ausfĂŒhren. Als Ergebnis kann er sehen, wie stark die Arbeitsweise der beiden Programme ĂŒbereinstimmt. Ist die Ăbereinstimmung hoch, lĂ€sst das einen Diebstahl vermuten und rechtfertigt weitere Untersuchungen.
Nach dem Motto âViele Köche verderben den Breiâ wollen die SaarbrĂŒcker Wissenschaftler auĂerdem untersuchen, wie sich die Arbeitsweise von Software-Entwicklern auf die Software-QualitĂ€t auswirkt â ob also viele Entwickler oder viele Ănderungen Software fehleranfĂ€lliger machen. Ziel der von IBM geförderten Arbeit ist, automatische Assistenten zu entwickeln, die bereits wĂ€hrend der Entwicklung auf mögliche Probleme hinweisen und VorschlĂ€ge zur Verbesserung machen. Dies könnte der IT-Industrie, die viel Zeit in das Testen von Software investieren muss, enorme Kosten und Risiken ersparen. âUnsere Werkzeuge beobachten die Software-Entwicklung und empfehlen erfolgreiche Muster weiterâ, so Prof. Andreas Zeller.
Sein Team konzentriert sich schon seit einigen Jahren darauf, systematisch nach Fehlern in groĂen Computerprogrammen zu suchen. In den vergangenen zwei Jahren konnte Prof. Zeller als erster Forscher die Fehlerdatenbanken von Microsoft systematisch durchforsten, um herauszufinden, in welchen Komponenten sich die meisten Fehler hĂ€ufen. Zellers statistische Verfahren sagen jetzt fĂŒr neue Programme vollautomatisch voraus, welche Stellen am fehlertrĂ€chtigsten sind - damit Firmen wie Microsoft diese Stellen dann besonders sorgfĂ€ltig untersuchen können.




digg it
yigg it